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Kann ich meinen Mieter kündigen, wenn er seine Wohnung über AirBnB vermietet?

Kündigungsmöglichkeit bei kurzfristiger Untervermietung

Einige Mieter vermieten die von ihnen angemietete Wohnung über Plattformen wie AirBnB an Touristen weiter und können hier einen durchaus interessanten Zusatzverdienst erzielen.

Aber Achtung! Vor der Untervermietung einer Mietwohnung ist es ratsam den Mietvertrag noch einmal genau durchzulesen. Manchen Mietern wurde die Möglichkeit der Untervermietung vertraglich eingeräumt. Viele vermieten jedoch ihre Wohnung, wenn sie nicht zuhause sind, wochen- oder tageweise, auch ohne die ausdrückliche Zustimmung des Vermieters.

Dabei wird von den Mietern häufig übersehen, dass die Weitergabe einer Wohnung gegen einen überhöhten Mietzins den Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 4 zweiter Fall MRG verwirklichen kann. Wenn dieser Kündigungsgrund erfüllt ist, kann der Vermieter das Mietverhältnis mit Aussicht auf Erfolg aufkündigen. mietvertrags kündigung vermietung über Airbnb

Wie dieser Kündigungsgrund auch bei tageweiser Vermietung zum Tragen kommen kann erläutert folgendes Urteil des Obersten Gerichtshofes.

In seiner Entscheidung 7 Ob 189/17w urteilte der Oberste Gerichtshof, dass auch die tageweise Vermietung den Kündigungsgrund erfüllen kann, wenn der Mieter die Wohnung zu einer Erwerbsquelle macht – sie also nicht nur ein einziges Mal, sondern laufend (auch tageweise) untervermietet oder zumindest dazu anbietet – und einen Untermietzins erzielt, der den Hauptmietzins auf den Tageswert umgerechnet um mehr als 100% überschreitet. Es ist laut OGH dabei nicht notwendig, dass auch der tatsächlich in Summe in einem Monat erzielte Untermietzins den bezahlten Hauptmietzins nicht überschreitet.

Daher, Mietvertrag genau durchlesen und Preisgestaltung überdenken.

Autor Mag. Franz Zöhrer