Leben in einem Mehrparteienhaus: Störenfriede in der Nachbarschaft

Man at night can't fall asleep because of the noisy neighborJeder, der in einem Wohnhaus lebt, konnte bestimmt schon einmal die Erfahrung machen seine Nachbarn zu hören. Manchmal nimmt man einen Fernseher, eine Waschmaschine, ein Radio oder sogar eine Unterhaltung wahr. Dies ist nicht immer störend, da gewisser Lärm einfach nicht zu verhindern ist. In extremen Fällen führt es jedoch zu einer Einschränkung des persönlichen Lebensbereichs. Doch mit welchen effizienten Mitteln können Betroffene gegen die Restriktion ihrer eigenen Lebensumstände handeln?
Ein einheitliches Recht, welches die Ruhezeiten in der Nachbarschaft ganz konkret regelt, gibt es in Österreich nicht. Lediglich im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) wird geregelt, dass „der Eigentümer eines Grundstückes dem Nachbarn und die von dessen Grund ausgehenden Einwirkungen durch Abwässer, Rauch, Gase, Wärme, Geruch, Geräusch, Erschütterung und ähnlichen Immissionen insoweit untersagen kann, als sie das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreiten und die ortsübliche Benutzung des Grundstückes wesentlich beeinträchtigen.“ Dies bedeutet, dass man die Immission von Rauch und Lärm außerhalb der Ruhezeiten zu unterlassen hat. Darunter fallen auch Tätigkeiten, wie das Rasenmähen oder Grillen. Diese Regelung ist jedoch vom jeweiligen Wohnort und den verschiedenen Lärmquellen abhängig. Beispielsweise ist es auf dem Land völlig legitim, dass bei Sonnenaufgang ein Hahn kräht. In diesem Fall liegt keine ortsunübliche Immission vor, da das Krähen hier keinesfalls ungewöhnlich ist. Anders verhielte es sich beispielsweise in der Wiener Innenstadt. Hierbei wäre der Lärm, der durch einen krähenden Hahn entsteht definitiv eine ortsunübliche Immission. Weitere Informationen über die Ruhezeiten in Wien erfahren Sie hier.
Stellen Sie also fest, dass Ihre Nachbarn die Ruhezeiten nicht einhalten und Ihr Alltag massiv beeinträchtigt wird, empfiehlt es sich, diese zunächst darauf aufmerksam zu machen und dann zu ersuchen, das störende Verhalten abzustellen. Auch über die Hausordnung in Ihrem Wohnhaus sollten Sie sich informieren, da diese ebenfalls wie die gesetzlichen Ruhezeiten von Haus zu Haus differierend sind und sich die Nachbarn (wie alle Bewohner) in der Regel mit Ihrem Mietvertrag oder Wohnungseigentumsvertrag zur Einhaltung dieser Hausordnung verpflichtet haben. Weigern sich Ihre Nachbarn weiterhin, Rücksicht zu nehmen, mag es ratsam sein Ihre Hausverwaltung – sofern einer vorhanden – zu kontaktieren. Eine weitere Möglichkeit zur Lösung des Konflikts wäre eine Nachbarschaftsmediation. Eine Klage auf Unterlassung bei Gericht wäre in diesem Fall die letzte Option.

Diese News wurde von der Rechtsanwalts GmbH Lim Law, einem Unternehmen der Limberg Real Estate Group, zur Verfügung gestellt. Weitere Information dazu finden Sie bitte hier.