Mietwohnungsmangel in Warschau

Warsaw.Die polnische Hauptstadt Warschau spaltet sich. Am linken Ufer der Weichsel erstrahlt Warschau in modernem Glanz mit zahlreichen Büro- und Hoteltürmen rund um den Kunstpalast. – Das internationale Businessviertel der Hauptstadt. Nicht weit davon befindet sich das touristische Zentrum, das nach dem zweiten Weltkrieg mühevoll wiederaufgebaut wurde. Die Warschauer Altstadt ist heute Unesco-Weltkulturerbe.
Rechts neben der Weichsel bröckeln von heruntergekommenen Häusern die Fassaden. Nun möchte die Stadt selbst gegen das Verfallen dieser Häuser ankämpfen und organisiert Sanierungen. Etwa 20.000 Wohnungen werden In Warschau jährlich gebaut. Davon sind jedoch viele teure Eigentumswohnungen. 1989 sank die Fertigstellungsrate von Wohnsiedlungen und große öffentliche Wohnungsbestände wurden an Verwaltungen übertragen. Diese hatten meist kein Geld zur Erhaltung dieser Häuser und viele verfielen mit der Zeit. Danach wurden mehr als 73.000 Wohnungen um einen Bruchteil des Marktwerts (bis zu 90 % unterm Marktwert) an die Bewohner verkauft. Aus diesem Grund weist Polen heute einer der höchsten Wohneigentumsraten in der EU auf. In der heutigen Zeit fehlen jedoch genau diese Wohnungen.