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Was sollte man beim Grundstückskauf unbedingt beachten?

Grundstücke in guten Lage, gerade in Wien und Umgebung, sind in den letzten Jahren nicht nur teurer geworden, auch die Verfügbarkeit ist gesunken. Stimmt also der Preis, muss man bei der Kaufentscheidung mitunter sehr schnell sein.

Vor einer Kaufvertragsunterzeichnung sollte man:

  • in jedem Fall einen Grundbuchsauszug anfordern. Dort sind die rechtlichen Informationen, z.b. ob Rechte Dritter am Grundstück bestehen (z. B. Wegerecht, Fruchtgenussrecht usw.) aufgeführt. Weiters sind die genauen Besitzverhältnisse, sowie Information, ob die Eigentümer überhaupt ohne Zustimmung dritter Verkaufen dürfen und ob die Liegenschaft frei von Lasten ist, zu finden. Bei unbebauten Grundstücken ist ein Grundbuchauszug in der Regel ausreichend. Ein zusätzlicher Tipp wäre bei Gericht in der Unterlagensammlung des Grundbuchs alte Kaufverträge ausheben zu lassen, um diese auf Auffälligkeiten zu überprüfen.
  • Die Bebauungsbestimmungen können bei der Gemeinde geprüft werden. Im Flächenwidmungsplan ist festgelegt in welcher Zone sich das Grundstück befindet. Es sollte auf jeden Fall im Bauland Wohnen liegen. Jedoch gibt es auch dort Sonderformen, wenn beispielsweise mit höheren Emissionen als im normalen Bauland Wohngebiet zu rechnen ist und dort daher kein Wohnhaus errichtet werden darf. Der Bebauungsplan zeigt unter anderem, wie hoch man bauen darf, wie viel der Grundstücksfläche bebaubar ist und wo am Grundstück ein Haus platziert werden darf.
 Fallweise gibt es in kleinen Gemeinden gar keinen Bebauungsplan, in jedem Fall kann das Bauamt Auskunft geben.

    Kleiner Tipp: Es lohnt sich beim Bauamt anzufragen, ob die Mitarbeiter die wichtigsten Informationen zu den Bebauungsbestimmungen zusammenfassend geben können.
  • Beim Umweltbundesamt kann man über den Verdachtsflächenkataster abfragen, ob am Grundstück Altlasten aus vorherigen Nutzungen, wie beispielsweise umweltgefährdende Stoffe wie Chemikalien, Öl oder Elektroschrott vorhanden, sind. Leider sind nicht alle Grundstücke erfasst und so bleibt immer ein Restrisiko, das sich aber sich durch eine gute Vereinbarung im Vertrag minimieren lässt. was ist beim Grundstückskauf zu beachten
  • Ebenfalls auf der Gemeinde ist zu erfahren, ob die Aufschließungsgebühr an die Kanalisation und Wasserversorgung schon entrichtet ist. Diese Gebühr ist in den letzten Jahren in vielen Gemeinden stark angestiegen und kann auch mehrere Zehntausend Euro ausmachen.
  • Weiters gehört zur Kostenkalkulation die Anfrage an Energieversorger, ob eine Anbindung an das Versorgungsnetz möglich ist und mit welchen Anschlusskosten zu rechnen ist. Diese Gebühren richten sich meist nach der geplanten Bebauung, wenn diese Information noch nicht vorhanden ist, dann reicht eine Schätzung, um die ungefähren Kosteninformationen zu erhalten. In jedem Fall sollten die Anschlussmöglichkeit für Wasser, Abwasser (Kanal), Strom, Telefon (Internet) und Gas (wenn benötigt) geprüft werden.

    Um Missinterpretationen auszuschließen, lohnt es sich oft mit einem Fachmann Rücksprache zu halten, da die Informationen für einen Laien oft schwer verständlich sind.

    Autor: Markus Raunig