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Wie darf ich in Wien bauen? - Ausflug Flächenwidmung und Bebauungsplan

Wer sich schon einmal gewundert hat, warum am Graben keine Einfamilienhäuser stehen, wieso es am Roten Berg keine Zinshäuser gibt oder wie in Wien gebaut werden darf, findet Antworten im den Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen.

Diese Pläne, die durch den Wiener Gemeinderat beschlossen werden, dienen der „geordneten und nachhaltigen Gestaltung und Entwicklung des Stadtgebietes“.
Sie regeln daher folgende Fragen:

  1. Wie darf ich meinen Grund gebrauchen? – Widmungen (§ 4 Wr BauO) 
    Grünland dient vorwiegend der Erholung und Freizeitgestaltung (etwa Parks, Freibäder, etc.) wohingegen Bauland der Bebauung durch Wohn-, Geschäfts- oder Industriegebäude dient. Weitere Kategorien nach der Bauordnung sind Verkehrsbänder (Straßenzüge/Verkehrswege von übergeordneter Bedeutung) und Sondergebiete (z.B. Ausstellungsgelände, Lagerplätze, etc.). Innerhalb dieser Kategorien gibt jeweils Unterkategorien.

  2. Wie hoch soll/darf mein Gebäude sein? – Bauklassen (§ 75 Wr BauO)
    Die Bauklasse legt die Mindest- und Maximalhöhe eines Gebäudes fest. Es gibt Bauklassen von I bis VI (beispielsweise darf ein Gebäude der Bauklasse III mindestens 9m und höchstens 16m hoch sein). Die Maximalhöhe wird allerdings auch durch den Abstand der gegenüberliegenden Fluchtlinien beschränkt (zuzüglich einiger Meter, abhängig von der Bauklasse), vereinfacht gesagt, durch die Straßenbreite.

  3. Wo auf dem Grundstück darf ich mein Haus hinstellen? Wieviel darf ich von der Grundfläche ausnutzen? Darf mein Haus an andere angrenzen? – Bauweisen (§ 76 Wr BauO)

    – offene Bebauung: Gebäude müssen freistehend unter Einhaltung von  gewissen Mindestabständen von den Bauplatzgrenzen errichtet werden (oft: Einfamilienhäuser am roten Berg)
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    – gekuppelte Bebauung:
    Gebäude müssen auf zwei benachbarten Bauplätzen an der gemeinsamen Grenze aneinander gebaut und nach allen anderen Seiten freistehend errichtet werden

    – Gruppenbauweise: Die Gebäude müssen auf mehreren benachbarten Bauplätzen an den gemeinsamen Grenzen aneinander gebaut werden (eher selten) 

    – geschlossene Bebauung: Die Gebäude müssen durchgehend an die Straße und an die seitlichen Bauplatzgrenzen angebaut werden (Beispiel Graben)

Derartige Regelungen können im Laufe der Zeit geändert werden, weshalb unter Umständen die tatsächliche Bebauung hinter der möglichen Bebauung zurückbleibt oder umgekehrt.

Wer also wissen möchte, wieso Wien aussieht, wie es aussieht oder wie Wien in naher Zukunft aussehen wird, kann sich auch online im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan informieren.

Link zur unverbindlichen Einsicht: https://www.wien.gv.at/flaechenwidmung/public/

Autor: Mag. Valentin Plank